Buchhändler-Tipp
von Mirjam Berle, Thalia-Buchhandlung Hagen (31.05.2010)
Perfekte Balance zwischen Melacholie und Augenzwinkern
Michael Gantenberg ist ein Meister des scharfsinnig kritischen Humors.
Dass er Tod und Verlust in den Mittelpunkt seines neuen Romans stellt,
schien mir da doch eher ungewöhnlich – würde das funktionieren?
Definitiv! Mit wunderbarer Leichtigkeit und ohne den Ernst des Themas
aus den Augen zu verlieren, erzählt er was passiert, wenn eine Familie
ganz plötzlich und unerwartet, den Bruder, den Sohn, den Enkel verliert.
Hilflos stehen die einzelnen Personen vor der schmerzlichen Leere,
die sie immer weiter voneinander zu entfremden droht. Mit ganz kleinen,
fast unbeholfenen Schritten versuchen sie, ins Leben und zueinander
zurück zu finden. Dieses Buch ist ein Geheimtipp. Es kommt vermeintlich
leicht daher und hat doch so viel Tiefe. Einmal mehr stellt der
Autor hier sein sprachliches Können unter Beweis, denn er verfängt
sich nicht in Tragik und Kitsch, schafft die perfekte Balance zwischen
Melancholie und Augenzwinkern und zeichnet Figuren, die ein bisschen
skurril und doch irgendwie ganz normal sind.
Das ist intelligenter Lesespaß für jeden! |
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